Wohlstandserkrankungen
unserer Pferde
Ein Problem unserer
heutigen Pferdehaltung sind die negativen Begleiterscheinungen der – unter
einem Begriff zusammengefassten -Wohlstandserkrankungen.

Welche Erkrankungen
zählen zu den Wohlstandserkrankungen?
Das Equine
Metabolische Syndrom:
Bei vielen übergewichtigen Pferden ist der
Zuckerstoffwechsel bzw. die Insulinfunktion gestört. In den USA wurde diese
Symptomatik definiert als EMS = Equines Metabolisches Syndrom. Symptome von EMS sind der deutliche
Fettansatz an Mähnenkamm, im Schulterbereich, an der Penisscheide bei
Wallachen, am Euter bei Stuten, an der Kruppe, oder oberhalb des
Schweifansatzes.
Diagnostiziert wird EMS über einen erhöhten
Nüchterninsulinspiegel im Blutplasma.
EMS entsteht aus Bewegungsmangel, Leichtfuttrigkeit
und zu hohem Futterangebot.
Diabetes mellitus:
Noch relativ selten beim Pferd ist eine dauerhaft
erhöhte Blutglucose.
Die Blutüberzuckerung erreicht beim Pferd noch selten
das Ausmaß eines Diabetes mellitus.
Eine Zunahme kann ich jedoch im Laufe des letzten
Jahres feststellen.
Hufrehe:
Ein wesentlicher bzw. schlechthin der wesentliche
Entstehungsgrund der Hufrehe liegt in einer fehlerhaften Fütterung. Obwohl
nicht ausschließlich zu dicke Pferde und Ponys erkranken, erkranken in der
Regel falsch gefütterte Pferde und Ponys. Fettleibigkeit und erhebliches
Übergewicht fördern ganz wesentlich die Entstehung der Hufrehe.
Lebererkrankungen:
Werden gefördert und oft ausgelöst durch eine zu
fette, proteinreiche Fütterung. Unsere leichtfuttrigen,
nicht im Arbeitseinsatz stehenden Freizeitpferde weisen schon bei relativ
karger Fütterung einen Überschuss an Protein auf. Meint man es dann allzu gut
und füttert neben Grasfütterung auch noch Müsli, Getreide & Co. ist die
Leber schnell überlastet mit dem Abbau des überschüssigen Proteins, und erhöhte
Leberwerte sind die Folge. Auch ein 24-Stunden-Weidegang auf üppigen
Weideflächen ist meist zuviel des Guten und die Leber ist nicht mehr in der
Lage, alle Nährstoffe zu verstoffwechseln.
Nierenerkrankungen:
Auch die Nieren werden bei dauerhafter zu
proteinreicher, zu stärkereicher Fütterung irgendwann überlastet. Früher bei
Pferden eine Ausnahme waren die Nierenerkrankungen, Niereninsuffizienz mit
ihrem tödlichen Ausmaß. Auch diese häufen sich innerhalb des letzten Jahres.
Hyperlipämie (Störung des
Fettstoffwechsels)
Tritt nur bei
übergewichtigen Pferden, Ponys und Eseln auf und stellt ein lebensbedrohendes
Symptom, früher ausschließlich bei Ponys und Eseln, heute auch bei Pferden dank
Wohlstandsfütterung, dar, und entsteht vor dem Hintergrund, dass das Pony
mehrere Tage einer negativen Energiebilanz ausgesetzt wird (z. B. Futterentzug)
und die dann einsetzende Mobilsierung des Depotfettes
nicht durch eine zureichende Leberfunktion verstoffwechselt
wird. Der Gesamtfettgehalt im Blutplasma
steigt über dem Maximalwert und das Plasma wird trüb und milchig, die
Pulsfrequenz erhöht sich, Puls- und Herzbeschleunigung resultieren aus einer
fettigen Degeneration des Herzmuskels, das Pony befindet sich im Zustand der
Apathie mit Bewegungsunlust, Nahrungs- und Trinkwasserverweigerung. Besonders
gefährdet sind zwar trächtige Stuten, jedoch erkranken auch güste
Stuten, Wallache und Hengste an Hyperlipämie.
Plötzliche Veränderungen der Haltungs- und Futterbedingungen sowie
Darmentzündungen (Verursacher u. a. hochgradiger Endoparasitenbefall)
und der damit einhergehende Protein- und Mineralstoffverlust durch den heftigen
Durchfall sind Gründe für die Mobilisation des Depotfettes, welches zur Hyperlipämie führt. Besonders gefährdet sind hier zu fette
Ponys, welche plötzlich auf strenge Diät gesetzt werden, weil z. B. eine Hufreheerkrankung eingetreten ist oder auch trächtige
Stuten, bei welchen im letzten Drittel der Trächtigkeit der durch die
Trächtigkeit erhöhte Grundumsatz nicht berücksichtigt wird.
Darüber hinaus gibt es
zahlreiche Erkrankungen, welche durch eine zu gutgemeinte Fütterung, durch zu
viel Stärke, Protein, Energie, Zucker, synthetische Zusatz- und
Konservierungsstoffe gefördert werden:
Hierzu zählen die Arthrose,
Hufprobleme/Huferkrankungen, das Sommerekzem, Allergien der Haut- und
Schleimhäute, allergische Atemwegserkrankungen, Gelenkchips und
Gliedmaßenanomalien und Fruchtbarkeitsstörungen.
Im Grunde fördern wir sämtliche Erkrankungen auf die ein oder andere Weise durch eine zu nährstoffreiche und
gutgemeinte Fütterung.
Wir füttern unsere Pferde
rund und krank:
Letztlich kein Wunder bei der Werbung, die uns
vorgaukelt, für jede Erkrankung, für jede Rasse, für jedes Problem gibt es die
passenden Müslis, Getreidemischungen und Ergänzungsfuttermittel einerseits;
andererseits:
Unser menschliches Auge, unser menschlicher Verstand
täuscht uns erheblich, wenn es um das Thema Pferdefütterung geht:
Eine Pferdeweide muss grün und saftig sein; sonst ist
sie nicht schön. Ist die Weide karg und pferdegerecht, so werden wir durch
andere Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass man Pferde doch nicht auf solch
eine Weide stellen kann; hierauf ist doch gar nichts mehr zu Fressen. In
Pensionsbetrieben beschweren sich die Einstaller, bei
Privathaltungen die Nachbarn; der Unmut unserer Mitmenschen ist uns jedenfalls
sicher!

Dem ist nicht so:
Eine für uns völlig abgefressene Weide bietet für leichtfuttrige Pferde und Ponys - und erst recht für Esel,
welche besonders karg und extensiv gefüttert werden müssen - noch immer eine
durchweg zufriedenstellende Futtergrundlage. Man staunt, wenn man beobachtet,
wie gut genährt unser Partner Freizeitpferd noch auf dieser Weide bleibt.
Selbstverständlich muss auch hier die Individualität
und die Vegetation gewahrt werden. Ein schwerfuttriges
Pferd kommt mit dieser Art von Weidehaltung keinesfalls zurecht: hier muss die
Weide grün und saftig sein; damit ein normaler Futterzustand erreicht bzw.
gehalten wird. Ein leichtfuttriges Pony oder Pferd
(und erst recht das Eselchen..) benötigt jedoch eine
ganz andere Futtergrundlage; als ein mageres und schwerfuttriges
Pferd. Auch muss die Weidehaltung stetig angepasst und der Vegetation nach
optimiert werden. So hat das Gras bei viel Regen und Sonne einen weitaus
höheren Nährwert, als in trockenen Sommern. Überständiges, wie Heu aussehendes
Gras, ist ebenfalls „ungefährlich“ für unsere leichtfuttrigen
Freizeitpferde oder auch an oben genannten Krankheiten leidender Pferde.
Im Laufe der verschiedenen Vegetationszeiten des
Jahres muss eine optimale Weidehaltung immer wieder neu überdacht und angepasst
werden. So hat ein Pferd, welches täglich gearbeitet wird, ein Distanzpferd,
ein Turnierpferd, ein in der Landwirtschaft eingesetztes Pferd, einen ganz
anderen Grundumsatz als „nur“ Weidepferde und Ponys.
Auch bei der Ration des
Kraftfutters sind wir menschlichen Täuschungen ausgeliefert:
Es ist nicht wichtig, dass das Müsli für uns
appetitlich aussieht und lecker riecht; es ist wichtig, welche Inhaltsstoffe,
welche Nährwerte enthalten sind; welche Qualität wir unseren Pferden servieren.
Der Zusatz „eiweißarm“ oder „Diät“ besagt nur so viel,
wie auch die Nährwertdeklaration bestätigt.
Das Vorurteil, Hafer sei enorm proteinhaltig, relativiert
sich meist von selbst, vergleicht man den Nährwert von Hafer mit dem des
„Eiweiß reduzierten“ oder „Diät“ Müslis.
Auch überlegenswert:
Sind die ganzen synthetischen Zusatzpülverchen,
Leistungsverbesserer, Problembewältiger eigentlich
wirklich notwendig? Besteht denn wirklich ein Mangel, den man ausgleichen
sollte oder füttert man einfach einmal dies und das, weil’s ja gut sein soll? Paradebeispiel
ist das Spurenelement Selen:
Hierauf möchte ich kurz eingehen: Selen ist ein
Spurenelement, was im Umkehrschluss heißt, Spuren zu viel oder zu wenig
bedeuten einen Überschuss oder auch einen Mangel.
Vor ca. 10 Jahren litten meine Pferde an einer
leichten Selenvergiftung; ich befasste mich mit dem Thema Selen und stieß auf
einen Professor, welcher die bislang (ich bin nicht sicher, ob dies heute noch
immer so ist..) einzige Dissertation über Selen
verfasst hatte. Ich telefonierte sehr lange und oft mit ihm. Seine Normwerte
waren – wie gesagt vor ca. 10 Jahren – unter 100 ug/l
bei meinen Freizeitpferden. Er erklärte mir, dass sämtliche Normwerte aus
wenigen Testreihen mit Vollblütern auf der Trabbrennbahn beruhen; keine
Untersuchungen bezüglich Normwerte bei Extensivrassen, bei Freizeitpferden usw.
stattgefunden haben aus Kostengründen.
Meine Pferde wiesen laut Blutuntersuchung ca. 110 –
127 ug/l auf.
Damals diagnostizierte meine Tierärztin eine
chronische Selenvergiftung.
Heute liegen die Normwerte laut tierärztlicher
verschiedener Labore bei 100 – 200 ug/l.
Der Professor (ich weiß nicht, ob er heute noch tätig
ist..) würde dies kam glauben.
Meine Pferde wiesen damals Symptome auf, welche auf
eine Selenvergiftung schließen ließen, daher überprüften wir die
Blutselenwerte. Welch ein Wahnsinn:
Heute kommen „meine Patienten“ mit der Diagnose bei
Freizeitpferden und Ponys mit Unterversorgungen bei 110 ug/l.
Mir bleibt hier nichts anderes, als auf meine Erfahrungen zu verweisen; die ich
zu 100% bestätigen kann; da meine 3 Pferde damals eine Selenvergiftung
nachweislich aufwiesen.
Die Symptome waren eindeutig und wurden mit dem
Absetzen meiner damals verfütterten „Pülverchen und Müslis“ von alleine
reguliert.
In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf die
Homepage www.pferdeglueck.de
verweisen. Hier ist ein sehr interessanter Bericht zum Thema Selen
veröffentlicht!
Machen wir uns Gedanken über Herkunft, über Qualität
oder kaufen wir möglichst billig ein? Ist Geiz wirklich geil in der
Pferdefütterung? Wäre es nicht viel sinnvoller, ganz zu verzichten, als möglichst
viel möglichst kostengünstig zu füttern?
Das Pferd war ursprünglich ein Steppentier; es
ernährte sich von kargem Gras, von Pflanzen und Kräutern, von Blättern. Es
wanderte viele Kilometer täglich auf der Suche nach Nahrung.

mit unserer Pferdefütterung?
Ich denke, wir sollten uns mehr auf den Ursprung der
Pferde konzentrieren, auf die natürliche Ernährung, das natürliche Futter der
Urpferde, der Wildpferde.
Und: wir sollten nicht mit aller Gewalt eine
„pferdegerechte Haltung“ durchführen, welche dann heißt:
24-Stunden-Weidehaltung auf fetten gedüngten Mastwiesen. Je nach Nährwert, je
nach Vegetation und Futterzustand unseres Pferdes wäre 1 Stunde Weidegang auf
diesen Turbowiesen ggf. gerade noch vertretbar.
Die Wohlstandserkrankungen haben in den letzten 30
Jahren dermaßen zugenommen, dass mir Angst und Bange wird, wenn ich an die
Zukunft denke!
Vor 30 Jahren gab es vereinzelt Sommerekzeme beim
importierten Islandpferd, es gab Arthrosen und Podotrochlosen
durch Verschleiß bei Sportpferden, erhöhte Insulin- und Glucosewerte waren
relativ unbekannt, EMS hatte bis vor wenigen Jahren nichtmals
einen Namen, Lebererkrankungen traten auf aufgrund massiver Verwurmung oder
Vergiftungen, Nierenerkrankungen waren weitgehend unbekannt bei Pferden.
Hufrehe war eine Erkrankung, von welcher man schon einmal gehört hatte, Hufrehefälle waren jedoch vereinzelt und selten.
Heute stehen alle diese Erkrankungen im absoluten
Mittelpunkt. Sicher tragen verschiedene Faktoren hierzu bei; die Welt hat sich
insgesamt verändert, die Industrialisierung in der Landwirtschaft,
Fertigfuttermittel denaturiert, der Pferdefuttermarkt ist enorm gewachsen, auch
die wissenschaftlichen Untersuchungen, die Aufklärungen, die Informationen,
jedoch: sind diese nur annähernd belegt, belegt durch die Praxis? Eine Praxis
über Jahrzehnte, über Jahre? Nein! Alles sind relativ neue „Erkenntnisse“ und
ob diese denn alle so uneingeschränkt richtig sind, das mag ich zumindest
anhand der enorm steigenden Pferdeerkrankungen, welche bisher völlig Pferde
untypisch waren, bezweifeln!
Selbstverständlich ist die optimale Pferdehaltung eine
Offenstallhaltung; keine Frage; rund um die Uhr freie Bewegung auf weitläufigen
kargen Flächen. Doch:
Sieht die Praxis nicht ganz anders aus? Die Weiden
sind weder karg, noch die Flächen weiträumig; oftmals werden die „fetten“
Weidestücke noch extra abgesteckt, damit die Pferde sich den „Bauch richtig
voll schlagen“ können.
Ist das noch
pferdegerecht?
Ich bin fest davon überzeugt, wenn jeder Pferdehalter
– wie es der alte Stallmeister bereits aus Überzeugung praktizierte – mit dem
Auge füttern würde, würden Wohlstandserkrankungen der Vergangenheit angehören.
Selbstverständlich kommt es vor, dass unsere Pferde zu
dick werden; anstatt sie jedoch weiter zu mästen, sollten wir das Futter
reduzieren, für mehr Bewegung sorgen; damit bald wieder eine Normalfigur
erreicht wird.
Ein paar KG Übergewicht? Keine Sorge, dieses führt
weder zu EMS noch zur Hufrehe oder zu lebensbedrohlichen Lebererkrankungen.
Wohlstandserkrankungen entstehen über einen längeren Zeitraum; nämlich dann,
wenn wir lange Zeit „nicht hinschauen“.
Es kommt vor, dass ich heutzutage wirklich die
Empfehlung geben muss: keine Weidehaltung; kein Gras.
Natürlich, dies ist eine erste Empfehlung an
Pferdehalter mit einem Pferd, welches an akuter Hufrehe erkrankt ist. Nein,
davon spreche ich nicht. Es kommt heute vor, da beispielsweise
Lebererkrankungen vorliegen, welche einen lebensbedrohlichen Zustand erreicht
haben; es kommt vor, dass die Muskulatur von Pferden so übersäuert ist, dass
hier erst einmal Weideverbot zu empfehlen ist. Es kommt vor, dass die Pferde
dermaßen verfettet sind, dass jede Stunde Weide eine lebensbedrohliche
Entgleisung des Stoffwechsels auslösen könnte..
Dies alles gab es bis vor wenigen Jahren so gut wie
nicht!
Oft komme ich mir vor, wie ein Tierquäler, da
Pferdemenschen dies überhaupt nicht einsehen können oder wollen. Das ist sehr
traurig, da die Therapie der Erkrankung scheitern muss, wenn die Grundursache
nicht behoben wird, nämlich eine fehlerhafte zu mastige
Fütterung. Oft erlebe ich auch, dass mir die Pferdebesitzerin erzählt:
„Mein Pferd steht doch nur stundenweise auf einer
total abgefressenen Weide..“ Sehe ich die Weide und
das Pferd, so kann ich kaum nachvollziehen, wie zu der Ansicht gelangt wird,
diese Weide wäre abgefressen; dieses Pferd könne länger auf dieser Weide
verbleiben!
Einstellbetriebe:
Misslich ist, dass in den meisten Ställen keine echten
Alternativen bereitgestellt werden. Es gibt keine Alternativausläufe; keine
Möglichkeit, dem Pferd oder Pony freie Bewegung zu verschaffen ohne Gras, ohne
Weidehaltung. Ich meine, hier besteht ein wirklich ganz großer Bedarf, dieses
zu ändern:
Ein heutzutage zeitgemäßer Stall muss Möglichkeiten
bieten, Pferden und Ponys auf kargen weitläufigen Flächen bzw. auf
Alternativflächen mit Sand oder einem anderen Bodenbelag den nötigen Auslauf zu
verschaffen. Ebenso muss ein Angebot geschaffen werden zur Offenstallhaltung,
Box mit angeschlossenem Paddock oder Großraumbox.
Mir ist bewusst, dass es zur Realisierung oft an den
Mitteln und an der Fläche fehlt.
Aber auch hier sind in erster Linie die Pferdebesitzer
gefragt:
Nicht der Preis, sondern die Qualität des
Einstellbetriebes muss entscheidend sein. Eine pferdegerechte Haltung ist sehr
teuer und ständig teuer; dies ist nun mal Fakt! Wer nicht bereit ist, einen
entsprechenden Preis für eine wirklich optimale pferdegerechte Haltung zu
bezahlen, der kann diese auch nicht vom Einstellbetrieb erwarten.
Therapie und Prognose:
Die Ausheilung aller Wohlstandserkrankungen hat
letztlich eine sehr gute Prognose; wenn Haltung und Fütterung optimiert werden,
langfristig und dauernd optimiert werden.
Zusätzlich setzen wir homöopathische Mittel und/oder Nosoden ein sowie grundsätzlich Kräuter und Pflanzen.
Am Ende vieler ehemals „aussichtslosen Erkrankungen“
steht ein Happy-End!
Dieses erfordert jedoch Mut zur Veränderung, Vertrauen
und das Bestreben, auch manchmal unbequeme Wege zu gehen.
Eine Therapie benötigt manchmal Veränderungen im
Umfeld, manchmal erfährt der Pferdehalter durch mich keine Bestätigung seiner
Theorien und ich sage nicht das, was er eigentlich hören möchte. Dies erfordert
manchmal viel Überzeugungskraft, in der Regel wird meine Empfehlung dann auch
angenommen, weil das Verstandenwerden funktioniert hat.
Leider gibt es aber auch Ausnahmen, es werden
Erwartungen an mich gestellt, welche ich nicht erfüllen kann; nämlich: eine
erfolgreiche Therapie ohne Veränderungen des Umfelds oder/und der Fütterung.
Dies führt dann letztlich auf beiden Seiten zu Ärger,
was dann darin gipfelt, dass mir Vorwürfe gemacht werden, man hätte sich von –
so jüngst geschehen – der Biofeld-Haaranalyse doch mehr erwartet, als einen
Therapievorschlag, eine Futtermittelempfehlung und eine Empfehlung zur weiteren
Haltung.
Es ging um einen Stallplan, der mir mitgeschickt wurde
und der letztlich von mir „begutachtet“ werden sollte, da der Stall nach den
Vorstellungen der Pferdebesitzerin so umfunktioniert wurde. Sie erwartete
schlicht und einfach eine Bestätigung von mir, dass dieser Stall mit Türen und
neu eingebauten Fenstern so o. k. für ihr Pferd mit COB ist; da keine andere
Haltungsform geboten werden kann. Nachdem ich diese Bestätigung nicht gab und
auf diesen „Stallplan“ nicht weiter einging; da ich zur Beurteilung dessen auch
weitere Informationen benötigt hätte, z. B. freistehend oder eng bebaut wegen
den Windverhältnissen, welche Lage, was Wind usw. betrifft, und ich einfach
individuell hierzu telefonisch oder vor Ort hätte Stellung beziehen müssen: bei
starkem Wind hätte hier Zugluft geherrscht, bei „normalen“ Windverhältnissen
nicht; was jedoch ganz erheblich auch von der Bebauung rund herum mit anderen
Gebäuden abhängig gewesen wäre, machte sie mir den Vorwurf, ich würde die
Haaranalysen nicht speziell erstellen, sondern hätte ein gewisses „Schema“, was
ich anwenden würde.
Solcherlei Dinge sind ärgerlich für beide Seiten:
natürlich gibt es bei gewissen Erkrankungen gewisse Faktoren, welche letztlich
immer miteinbezogen werden müssen, was heißt, bei Atemwegserkrankungen viel
Licht, Luft und Bewegung. Ähnlich gibt es gewisse „Schemen“ für verschiedene
Erkrankungen; bei Wohlstandserkrankungen ist das beispielsweise Diät und
Bewegung.
Individuelle Therapieaspekte sowie auch Fütterungs-
und Haltungsaspekte werden jedoch von mir selbstverständlich berücksichtigt.
Was im Umkehrschluss jedoch eben nicht heißt, dass ich
alles, was der Pferdehalter denn gerne hören möchte, auch so empfehle. Dieser
Fall hat mich sehr geärgert, weil durch die negative Stimmung der
Pferdebesitzern aufgrund der Stallsituation meine Therapie- und
Futtermittelempfehlung gleich „ad acta“ gelegt wurde und erst gar nicht
versucht wurde, diese teilweise oder insgesamt umzusetzen, so sehe ich meine
Arbeit dann als völlig überflüssig an, was letztlich überhaupt nicht mein
Bestreben ist. Selbstverständlich arbeite ich bei der fütterungsmäßigen
Therapie bzw. bei der Unterstützung der Therapie durch die Fütterung auch mit
den von mir entwickelten Ergänzungsfuttermitteln, was Sinn macht, da sich diese
in der Praxis bewährt haben. Auch dies wurde mir vorgeworfen.
Diese „Episode“ soll verdeutlichen, dass eine
Kommunikationsfähigkeit beim Pferdebesitzer zur Therapie bestehen muss; hat
dieser dermaßen festgefahrene Ansichten, dass ich nicht überzeugen bzw. zum
Nachdenken anregen kann, so kann eine Therapie – gleichgültig, um welche
Erkrankung es sich handelt – nicht greifen.
Für die sogenannten Wohlstandserkrankungen gilt dies
in ganz besonderer Weise, da meist massive Einschränkungen und Änderungen
erfolgen müssen, um eine Chance zu realisieren, dem Pferd oder Pony überhaupt
helfen zu können.
Tierheilkundezentrum, Tierheilpraktikerin Claudia Nehls, Am Buchholz 3, 33014 Bad Driburg, www.tierheilkundezentrum.de, tierheilpraxis1@t-online.de,
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