Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Am Buchholz 3, 33014 Bad Driburg-Dringenberg
Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334, Handy: 0173/51 57 633
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de, Internet: www.tierheilkundezentrum.de

Na, da wollen wir doch mal gucken, wer hier wohl schneller ist?
Unser Tipp:
Nehls Beruhigender Pflanzensaft
Beruhigendes naturbelassenes flüssiges
Ergänzungsfuttermittel für ängstliche, nervöse und panisch reagierende Pferde.
Unser Nehls Beruhigender Pflanzensaft zeigt eine beruhigende, entkrampfende und
entspannende Wirkung bei Unruhe, Stress, Nervösität, Erschöpfungszuständen
und vegetativen Spannungszuständen.
Wer kennt das nicht? Unser Pferd reagiert panisch, überängstlich und nervös:
Beim Besuch des Tierarztes oder des Hufschmiedes, beim Transport, beim Reiten
oder bei nicht alltäglichen Situationen. Manchmal können wir die Ursache nicht
einmal ausmachen und werden völlig überrascht, manchmal sehen wir das
"Unheil" inform eines beispielsweise herannahenden Traktors schon auf
uns zukommen..
Bei Nervösität, Angst und Panikzuständen hilft unser Ergänzungsfuttermittel
die Psyche zu beruhigen durch die besänftigende natürliche
Mischung verschiedener Pflanzen, welche durch eine optimale Abstimmung
der Mengeninhalte eine schnell einsetzende beruhigende und entkrampfende Wirkung
auf das empfindliche Nervenkostüm ausüben kann. Der beruhigende Pflanzensaft
kann dauernd die Fütterung ergänzen oder auch nur kurzfristig vor stressauslösenden
Situationen gefüttert werden.
Inhaltsstoffe:
Baldrian, Melisse, Salbei,
Kamille
Fütterung:
Bei Dauerfütterung pro
Tag und Pferd 2 - 10 ml; vor stressauslösenden Situationen einmalig 10
ml
Sie
erhalten unsere Ergänzungs- und Pflegemittel in unserem Internetshop!
Damit zukünftig keine Verwechslungen
und Verwirrungen mehr bezüglich Namensgleichheiten meiner Produkte zu anderen
Produkten entstehen, sind ab sofort alle meine Produkte mit dem Nehls Logo
sowie dem Namen „Nehls“ gekennzeichnet. Dieses garantiert, dass Sie ein Produkt
des Tierheilkundezentrums Claudia Nehls, von dem Sie ggf. viele positive Erfahrungsberichte
gelesen haben, auch wirklich kaufen! Meine Produkte werden ausschließlich
durch unser Tierheilkundezentrum Team vertrieben; es gibt keine Händler oder
Zwischenhändler o. ä. Unsere Ergänzungskräuterfuttermittel enthalten ausschließlich
Kräuter in Deutscher Arzneibuch Qualität ohne Kräutervormischungen, Füllstoffe,
Bindestoffe oder ähnliches. Alle unsere Produkte sind 100% DAB-Qualität und
durch viele positive Praxis-Erfahrungen von mir entwickelt worden. Die Deutsche
Arzneibuch-Qualität ist der höchste Qualitätsmaßstab für Kräuter und alle
anderen Produkte (Abkürzung: DAB-Standard, DAB-Qualität).
Jedes einzelne unserer Ergänzungskräuterfuttermittel enthält natürlich in den Kräutern vorkommend (nicht zugesetzt) viele natürliche Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, welche durch ihre Natürlichkeit in Verbindung mit den sekundären Pflanzenstoffen vom tierischen Organismus optimal verstoffwechselt werden; somit wird die zusätzliche Fütterung eines Mineralstofffuttermittels überflüssig. All unsere Ergänzungsfuttermittel sind zur dauerhaften Fütterung entwickelt worden und geeignet, auch „vertragen“ sie sich mit ggf. stattfindenden veterinärmedizinischen, homöopathischen bzw. anderen alternativen Therapieformen, mit Arzneimitteln, Impfstoffen und Wurmkuren. Eine Überdosierung ist nicht möglich, so sind die Angaben zur Dosierung Erfahrungs- und Mittelwerte; die individuell benötigte Dosierung wird nach der bestmöglichen Wirksamkeit vom Tierhalter selbst bemessen, es entfällt eine Dosierung nach Gewicht; eine Dosierung erfolgt je nach Schwere des Problems. Auch können unsere Produkte zu jedem Futtermittel sowie Ergänzungsfuttermittel gefüttert werden, ohne, dass durch unsere Ergänzungsfuttermittel ein Übschuss eintreten könnte. Da diese 100% natürlich sind und somit optimal verstoffwechselt werden, ist es unnötig mit reichlich bemessenen Mengen zugesetzter Stoffe zu arbeiten. Die im Vergleich zu synthetischen Produkten geringen Anteile an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen decken den Bedarf durch die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe in Kombination optimal, so dass weder Überschüsse noch Mangelerscheinungen eintreten. Auch können sämtliche unserer rgänzungskräuterfuttermittel gemeinsam dauerhaft gefüttert werden, ohne, dass sie sich in ihrer Wirksamkeit negativ beeinträchtigen, auch darauf habe ich bei der Entwicklung größten Wert gelegt. Es tritt auch kein „Gewöhnungseffekt“ ein, so, dass die Kräuter keine positive Wirkung mehr hätten, wenn sie dauernd gefüttert werden; im Gegenteil: zur Prophylaxe sowie bei chronischen Problemen raten wir eine dauernde Fütterung unbedingt an, da eine positive Wirkung nur so lange gegeben sein kann, wie auch eine Fütterung unserer Ergänzungsfuttermittel stattfindet. Auch benötigen unsere Tiere essentiell eine dauerhafte Zufuhr von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, und keine nur zeitweise. Kräuter enthalten keine Kalorien, keinen Zucker, keine Stärke/Energie und kein Protein. Unsere Ergänzungsfutter- und Pflegemittel sind allein über uns, das Tierheilkundezentrum Team, zu beziehen: Wir beraten Sie gerne umfassend und kostenlos!

Hoffentlich hat Balu den Saft auch gefressenJ
"Sabine Ammann" <s.ammann-ds@t-online.de> schrieb:
Hallo Frau Nehls, der Transport von unserer Tinkerstute zu ihrer neuen Besitzerin am Dienstag hat gut geklappt. Ich habe ihr ordentlich den Beruhigungssaft eingeflößt, der ihr sogar geschmeckt hat und sie war nur an der Schulter etwas nass geschwitzt und das nach 2 Stunden Fahrt. Bei dem letzten Transport, der nur eine halbe Stunde dauerte, wer sie rund herum nass geschwitzt. Herzliche Grüße Sabine Ammann-Schlau

Ne, der gibt nicht auf, na denn: weiter geht’s, den Balu kriegen wir wohl heut noch müde: Atti, nicht nachlassen, wirkt bei Dir der Saft denn immer noch, los gezJ
Verhaltenstherapie & Verhaltensauffälligkeiten
Verhaltensauffällige Pferde, beispielsweise Kopper, Weber und Boxenläufer, finden bei uns eine ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende und pferdegerechte Haltung in Kombination mit fachgerechter Verhaltenstherapie und einen abwechslungsreichen Alltag, in dem keine noch so geartete Langeweile aufkommt und Verhaltensauffälligkeiten eine ganzheitliche Regulation erfahren.
Wir nehmen jedoch keine aggressiven Pferde auf, dies gilt für Aggressivität gegen Artgenossen ebenso wie gegen Menschen!
Der gesamte Aufenthalt bei uns wird vor Aufnahme detailliert mit dem Pferdehalter besprochen, sämtliche Wünsche berücksichtigt und so schon vor Ankunft sichergestellt, dass für das aufzunehmende Pferd die bestmögliche therapeutische Versorgung und Betreuung sichergestellt wird.
Koppen, Weben, Boxenlaufen
Verhaltensstörungen bei Pferden
(Pferdeanzeiger 07/04, Verfasser C. Nehls)
Das arttypische Verhalten von Pferden ist das Ergebnis einer viele Millionen Jahre andauernden Evolution: das Pferd passte sich seiner natürlichen Umwelt an. Das Verhalten musste Überleben und Wohlbefinden sicherstellen, zur Bedarfsdeckung und Schadensvermeidung geeignet sein und die Fortpflanzung sichern. Bestimmte Reize lösen beim Pferd zielgerichtetes Verhalten aus, sind die Ziele erreicht, so wird das Verhalten beendet. Unter natürlichen Bedingungen werden die angestrebten Funktionen durch zielgerichtetes Verhalten erfüllt. In der Haltung durch uns Menschen werden die zielgerichtete Verhaltenssteuerung und die Erreichung von Funktionen oft entkoppelt. So wird beispielsweise eine Funktion erfüllt, ohne dass das primäre Verhaltensziel erreicht ist. Ein Beispiel ist die Ernährung des Pferdes: Kraftfutter liefert dem Pferd zwar Nährstoffe, erfüllt aber nicht die Grundbedürfnisse des Pferdes nach langsamer Fortbewegung in Verbindung mit andauernder Kautätigkeit.
Unter Verhaltensstörung versteht man jedes von der arttypischen Norm abweichende Verhalten, welches nicht ausreicht, die Beiträge zur Gesamtleistung zu erbringen, welche für die Entwicklung und Erhaltung des einzelnen Pferdes, der Artgenossen oder für die Erhaltung der Fortpflanzungsgemeinschaft erforderlich ist. Verhaltensstörungen sind Aktionen oder Reaktionen, die den Selbstaufbau oder Selbsterhalt des Pferdes verhindern.
Die Definition von Verhaltensstörungen/Verhaltensauffälligkeiten besagt, dass jedes Verhalten, was vom artspezifischen Verhalten abweicht, eine Verhaltensstörung darstellt. Weniger ausgeprägte Abweichungen hiervon zeigen eine Verhaltensauffälligkeit ebenso an, wie seltener gezeigte Abweichungen vom artspezifischen Verhalten.
Eine Verhaltensstörung beinhaltet eine häufig gezeigte sowie meist massiv ausgeprägte Abweichung von spezifischen Verhaltensweisen des Pferdes. Verhaltensstörungen werden in zwei Kategorien unterteilt:
1.
Echte Verhaltensstörungen mit Schadensfolge:
Hier besteht der Schaden zum Beispiel in einer Teilzerstörung von Organen, Beschädigungen und Funktionsstörungen (z. B. Koppen, Barrenwetzen: Abnutzung der Zähne, Koliken oder auch Hautverletzungen bei übermäßigem Scheuern oder Autoaggression).
2.
Schadensvermeidende Reaktionen im Sinne von Anpassungen an die Einwirkungen des Menschen:
Hierzu zählen beispielsweise: Scheuen, Bösartigkeit, Zungenstrecken und Stätigkeit.
Abnormales Verhalten kann sich in sehr verschiedener Weise äußern und unterschiedlichste Funktionskreise betreffen. Es kann sich hinsichtlich seiner Qualität oder Quantität vom arttypischen Verhalten unterscheiden. Bei qualitativen Unterschieden kommen die gezeigten Verhaltensweisen im normalen Ethogramm nicht vor (Koppen, Weben).
Bei quantitativen Abweichungen
kommt die Verhaltensweise an sich zwar auch im normalen Ethogramm vor, unterscheidet
sich aber hinsichtlich ihrer Frequenz, Sequenz, Dauer, Häufigkeit oder dem
Kontext, im dem sie gezeigt wird, deutlich vom typischen Verhalten.
So leiten sich Verhaltensstörungen
bei Pferden von normalen Verhaltensweisen des Pferdes oft ab. Einige Verhaltensstörungen
sind schließlich nur als solche zu definieren, da das Verhalten massiv, exessiv
und in ständiger Wiederholung gezeigt wird. So gehört beispielsweise das Scharren
bei Pferden – aus bestimmten Anlässen kurz ausgeführt – zum normalen Verhalten,
scharrt das Pferd jedoch massiv über einen längeren Zeitraum, so wird es zur
Verhaltensstörung. Ebenso verhält es sich beim Kopfnicken/Kopfschlagen, Zaun-Laufen,
Stall-Laufen, Schlagen gegen Gegenstände mit dem Vorderhuf, Beknabbern (=
Fellpflege) anderer Pferde, Scheuen, sich nicht legen, Lecken und Holzfressen.
In bestimmten Situationen kurz ausgeführt gehören die oben genannten Verhaltensauffälligkeiten zum arttypischen Verhalten. Zur Verhaltensstörung werden diese Verhaltensweisen erst durch ständige Wiederholung und Steigerung in dieses Verhalten. So entstehen Verhaltensstörungen meist aus der permanenten Steigerung in eine – zielorientiert – arttypisch gezeigte Verhaltensweise. Diese Steigerung entsteht meist aus Langeweile und fehlenden Umweltreizen.
Verursacher von Verhaltensstörungen bei Pferden ist grundsätzlich der Mensch! Alle Verhaltensstörungen resultieren aus der Missachtung der natürlichen Bedürfnisse von Pferden. Hauptursache ist Langeweile, weitere Ursachen finden sich in Stress, Überbeanspruchung/Überforderung, nicht pferdegerechtem Umgang, Vernachlässigung, fehlenden Sozialgefügen und daraus entstehenden schweren psychischen Erkrankungen.
Das Pferd - kurz auf einen
Nenner gebracht - ist ein Dauerfresser, ein Flucht- und Herdentier. Um diesen
Grundbedürfnissen Rechnung zu tragen, muss auch nach Domestikation durch den
Menschen das Pferd Gelegenheit bekommen, nach diesen - seinen absoluten Grundbedürfnissen
– mit ausreichenden Umweltreizen zu leben. Dies kann natürlich immer nur begrenzt
möglich sein, da wir heute Pferde natürlich in eingezäunten Flächen halten
müssen und selbstverständlich kein frei wählbares unendlich weiträumiges Gebiet
mehr zur Verfügung stehen kann. Obwohl wir grenzenlose Freiheit nicht bieten
können, so können wir doch dafür Sorge tragen, dass auch unseren domestizierten
Pferden die Grundbedingungen geboten werden, die zur psychischen und physischen
Gesundheit und zum Wohlbefinden zwingend erforderlich sind. Was im Umkehrschluss
ein ständiges Rauhfutterangebot außerhalb der Weidesaison, großflächige Weidegebiete
ganzjährig, einen frei zugänglichen Stall zum Schutz vor Witterungseinflüssen
und eine sozialverträgliche Herde bietet. Vor Domestikation fanden sich Pferde
in kleinen Gruppen, meist 2 - 6 Pferde zusammen und schlossen sich - bei Bedarf
- anderen Gruppen an, von welchen sie sich später wieder trennten. Die Ansicht,
dass Pferde in möglichst großen Gruppen leben sollten, um ein stabiles Sozialgefüge
zu entwickeln, ist demnach nicht richtig.
Obwohl die individuelle Reizschwelle beim einzelnen Pferd sehr unterschiedlich ist, entwickelt jedes Pferd bei dauernder Boxenhaltung Verhaltensstörungen. Hauptsächlich die ständige oder überwiegende Haltung in Boxen und natürlich Ständern (die glücklicherweise in einigen Ländern bereits verboten sind) verursacht schwerste Verhaltensstörungen. Ein Verhaltensstörungen noch fördernder Faktor ist die zeitlich begrenzte Fütterung von Rauhfutter in Verbindung mit einer Einstreu aus Alternativmaterialien. In einer ständigen Boxenhaltung werden den Grundbedürfnissen Flucht- und Herdentier keinerlei Beachtung geschenkt, entzieht man hier noch das dritte Grundbedürfnis, nämlich die ständige Futteraufnahme durch Alternativeinstreumaterialien statt Stroh, wird keines der drei grundlegenden Pferdebedürfnisse befriedigt und eine schwere Verhaltensstörung vorprogrammiert. Die Frage, die sich hier noch stellt, ist, wann diese auftritt; auftreten wird sie bei jedem Pferd. Sensibel reagierende Pferde können Verhaltensstörungen bereits nach wenigen Tagen zeigen, Pferde mit ausgeglichenem Gemüt erst nach Wochen oder Monaten. Ein zuvor artgerecht gehaltenes Pferd, was wegen Krankheit 5 Tage und Nächte in der Box verbringen musste entwickelte innerhalb dieser Zeit bereits starke Verhaltensauffälligkeiten (Zunge spielen, scheuern, Gitterbeißen); bei diesem sehr sensiblen Pferd war die Reizschwelle demnach überaus gering.
Verhaltensstörungen aus diesem Umgang mit dem Pferd bleiben nicht aus und sind
- erst einmal entstanden - nur durch eine artgerechte und den Pferdegrundbedürfnissen entsprechende Haltung und Fütterung sowie stabile Sozialkontakte und entsprechenden Umweltreizen - wenn überhaupt - zu regulieren.
Da sich viele Verhaltensstörungen zunächst in speziellen Situationen entwickeln, im weiteren Verlauf jedoch oft von der Ursprungssituation unabhängig werden und sich verselbstständigen, liegt häufig eine Therapieresistenz vor. Die Beseitigung des ursprünglichen Auslösers und der Ursache reicht dann nicht aus, um die Störung aufzuheben. Da Verhaltensstörungen jedoch eine Strategie des Pferdes darstellen mit Umweltbedingungen besser umzugehen, die das normale Anpassungsvermögen überfordern, wird man in der Regel durch optimale Umweltbedingungen eine starke Verminderung der Verhaltensstörung feststellen können.
Desto länger Verhaltensstörungen bestehen, umso schwerer wird leider die Regulierung, da sie längst zur liebgewonnenen Gewohnheit geworden sind. Da Verhaltensstörungen eine Ventilfunktion sowie beruhigende Wirkung auf das ausführende Tier haben, sowie die vermehrte Ausschüttung von Endorphinen auslösen könnten, kann eine Therapie nur die Ursache beseitigen, um dauerhaft hilfreich zu sein.
Pferde mit Verhaltensstörungen finden bei uns die individuell für sie optimalen Bedingungen vor:
Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde, THP Claudia Nehls
Verschiedene Formen von Verhaltensstörungen
und deren Vermeidung
Wir leben heute viel intensiver mit unseren Tieren zusammen, sehen unser Pferd meist als Familienmitglied und Freizeitpartner an und bauen eine innige Beziehung zu unserem Freund auf. Diese innige Beziehung bringt manchmal jedoch auch Probleme mit sich, sowohl für den Menschen, als auch für`s Pferd. Diese Probleme äußern sich in mehr oder weniger schweren Verhaltensstörungen, unter denen der Pferdehalter, das Pferd und seine Umwelt sehr leiden.
Verhaltensstörungen werden in zwei Kategorien unterteilt:
1.
Echte Verhaltensstörungen mit Schadensfolge:
Hier besteht der Schaden zum Beispiel in einer Teilzerstörung von Organen, Beschädigungen und Funktionsstörungen (z. B. Koppen, Barrenwetzen: Abnutzung der Zähne, Koliken oder auch Hautverletzungen bei übermäßigem Scheuern oder Autoaggression).
2.
Schadensvermeidende Reaktionen im Sinne von Anpassungen an die Einwirkungen des Menschen:
Hierzu zählen beispielsweise: Scheuen, Bösartigkeit, Aggressivität, Zungenstrecken und Stätigkeit.
Abnormales Verhalten kann
sich in sehr verschiedener Weise äußern und unterschiedlichste Funktionskreise
betreffen. Es kann sich hinsichtlich seiner Qualität oder Quantität vom arttypischen
Verhalten unterscheiden. Bei qualitativen Unterschieden kommen die gezeigten
Verhaltensweisen im normalen Ethogramm nicht vor (Koppen, Weben).
Bei quantitativen Abweichungen
kommt die Verhaltensweise an sich zwar auch im normalen Ethogramm vor, unterscheidet
sich aber hinsichtlich ihrer Frequenz, Sequenz, Dauer, Häufigkeit oder dem
Kontext, im dem sie gezeigt wird, deutlich vom typischen Verhalten.
So leiten sich Verhaltensstörungen bei Pferden von normalen Verhaltensweisen des Pferdes oft ab. Einige Verhaltensstörungen sind schließlich nur als solche zu definieren, da das Verhalten in ständiger Wiederholung gezeigt wird. So gehört beispielsweise das Scharren bei Pferden – aus bestimmten Anlässen kurz ausgeführt – zum normalen Verhalten, scharrt das Pferd jedoch massiv über einen längeren Zeitraum, so wird es zur Verhaltensstörung. Ebenso verhält es sich beim Kopfnicken/Kopfschlagen, Zaun-Laufen, Stall-Laufen, Schlagen gegen Gegenstände mit dem Vorderhuf, Beknabbern (= Fellpflege) anderer Pferde, Scheuen, Lecken und Holzfressen.
In bestimmten Situationen kurz ausgeführt gehören die oben genannten Verhaltensauffälligkeiten zum arttypischen Verhalten. Zur Verhaltensstörung werden diese Verhaltensweisen erst durch ständige Wiederholung und Steigerung in dieses Verhalten. So entstehen Verhaltensstörungen meist aus der permanenten Steigerung in eine – zielorientiert – arttypisch gezeigte Verhaltensweise. Diese Steigerung entsteht meist aus Langeweile und fehlenden Umweltreizen.
Verursacher von Verhaltensstörungen bei Pferden ist grundsätzlich der Mensch!
Alle Verhaltensstörungen resultieren aus der Missachtung der natürlichen Bedürfnisse von Pferden!
Um pferdische
Bedürfnisse auch berücksichtigen und umsetzen zu können, müssen wir Menschen
diese erst einmal kennen lernen und uns mit ihnen intensiv beschäftigen. Meist
wird erst das Pferd angeschafft und sich dann im Zuge aufkommender Schwierigkeiten
mit den Bedürfnissen der Haltung, Fütterung und des artgerechten Umgangs beschäftigt.
Schade, dass wir Menschen nicht den umgekehrten Weg gehen, uns erst einmal
mit dem Thema Pferd eingehend auseinandersetzen und es erst in dessen Anschluss
anschaffen.
Wir würden uns und unserem Freizeitpartner viele Unannehmlichkeiten und Probleme ersparen, wüssten wir vorher, was wir berücksichtigen müssen, um mit unserem Freund glücklich zu werden. Wir bräuchten weder Pferdeflüsterer oder Tierkommunikatoren, noch Bachblüten und Beruhigungstropfen (siehe auch www.pferdeglueck.de):
Als kausale Ursache von Verhaltensstörungen wäre die Langeweile anzusehen, demnach eine Unterbeschäftigung und das Fehlen sozialer Reize, weitere Ursachen finden sich in Stress, Überbeanspruchung/Überforderung, nicht pferdegerechtem Umgang, Vernachlässigung, Einzelhaltung – die, man glaubt es kaum, auch heute noch vorkommt - fehlenden Sozialgefügen und daraus entstehenden psychischen Erkrankungen.
Das Pferd ist ein Dauerfresser, Flucht- und Herdentier. Um diese Grundbedürfnisse der Pferdehaltung erfüllen zu können, muss auch nach Domestikation durch den Menschen dem Pferd Gelegenheit gegeben werden nach diesen - seinen absoluten Grundbedürfnissen – mit ausreichenden Umweltreizen zu leben. Dies kann natürlich immer nur begrenzt möglich sein, da wir Pferde auf eingezäunten Flächen halten müssen und selbstverständlich kein frei wählbares unendlich weiträumiges Gebiet mehr zur Verfügung stehen kann. Obwohl wir grenzenlose Freiheit nicht bieten können, so können wir doch dafür Sorge tragen, dass auch unseren domestizierten Pferden die Grundbedingungen geboten werden, die zur psychischen und physischen Gesundheit und zum Wohlbefinden zwingend erforderlich sind. Was im Umkehrschluss ein ständiges Rauhfutterangebot außerhalb der Weidesaison, großflächige Weidegebiete ganzjährig, einen frei zugänglichen Stall zum Schutz vor Witterungseinflüssen und eine sozialverträgliche Herde bietet.
Vor Domestikation fanden sich Pferde in kleinen Gruppen, meist 2 - 6 Pferde zusammen und schlossen sich - bei Bedarf - anderen Gruppen an, von welchen sie sich später wieder trennten. Die Ansicht, dass Pferde in möglichst großen Gruppen leben sollten, um ein stabiles Sozialgefüge zu entwickeln, ist demnach nicht richtig.
Obwohl die individuelle Reizschwelle beim einzelnen Pferd sehr unterschiedlich ist, entwickelt jedes Pferd bei dauernder Boxenhaltung Verhaltensstörungen. Hauptsächlich die ständige oder überwiegende Haltung in Boxen und natürlich Ständern (die glücklicherweise in einigen Ländern bereits verboten sind) verursacht schwerste Verhaltensstörungen. Ein Verhaltensstörungen noch fördernder Faktor ist die zeitlich begrenzte Fütterung von Rauhfutter in Verbindung mit einer Einstreu aus Alternativmaterialien. In einer ständigen Boxenhaltung werden den Grundbedürfnissen Flucht- und Herdentier keinerlei Beachtung geschenkt, entzieht man hier noch das dritte Grundbedürfnis, nämlich die ständige Futteraufnahme durch Alternativeinstreumaterialien statt Stroh, wird keines der drei grundlegenden Pferdebedürfnisse befriedigt und eine schwere Verhaltensstörung ist bereits vorprogrammiert. Die Frage, die sich hier noch stellt, ist, wann diese auftritt; auftreten wird sie bei jedem Pferd. Sensibel reagierende Pferde können Verhaltensstörungen bereits nach wenigen Tagen zeigen, Pferde mit ausgeglichenem Gemüt erst nach Wochen oder Monaten. Ein zuvor artgerecht gehaltenes Pferd, was wegen Krankheit 5 Tage und Nächte in der Box verbringen musste entwickelte innerhalb dieser Zeit bereits starke Verhaltensauffälligkeiten (Zunge spielen, scheuern, Gitterbeißen); bei diesem sehr sensiblen Pferd war die Reizschwelle demnach überaus gering.
Verhaltensstörungen aus diesem Umgang mit dem Pferd bleiben nicht aus und sind - erst einmal entstanden - nur durch eine artgerechte und den Pferdegrundbedürfnissen entsprechende Haltung und Fütterung sowie stabile Sozialkontakte mit entsprechenden Umweltreizen - wenn überhaupt - zu regulieren.
Da sich viele Verhaltensstörungen zunächst in speziellen Situationen entwickeln, im weiteren Verlauf jedoch oft von der Ursprungssituation unabhängig werden und sich verselbstständigen, liegt häufig eine Therapieresistenz vor. Die Beseitigung des ursprünglichen Auslösers und der Ursache reicht dann nicht aus, um die Störung aufzuheben. Da Verhaltensstörungen jedoch eine Strategie des Pferdes darstellen mit Umweltbedingungen besser umzugehen, die das normale Anpassungsvermögen überfordern, wird man in der Regel durch optimale Umweltbedingungen eine starke Verminderung der Verhaltensstörung feststellen können.
Desto länger Verhaltensstörungen bestehen, umso schwerer wird leider die Regulierung, da sie längst zur liebgewonnenen Gewohnheit geworden sind. Da Verhaltensstörungen eine Ventilfunktion sowie beruhigende Wirkung auf das ausführende Tier haben, sowie die vermehrte Ausschüttung von Endorphinen auslösen könnten, kann eine Therapie nur die Ursache beseitigen, um dauerhaft hilfreich zu sein.
Auch
der Umgang mit dem Pferd will individuell gelernt sein, der Mensch sollte
grundsätzlich das „Alpha-Tier“ darstellen und nicht umgekehrt. Wie der Umgang
mit dem Individium gehandhabt wird, kann sich immer nur aus einer engen Beziehung
heraus entwickeln, denn: nicht jedes Pferd kann gleich geleitet werden. Bei
Pferden gelten die gleichen Gesetzesmäßigkeiten wie bei anderen Lebewesen,
bei einem Tier reicht schon ein scharfes Wort, um es vor Angst zittern zu
lassen, das andere muss schon etwas härter angefasst werden (Schläge natürlich
ausgenommen), um zu wissen, was erlaubt und was verboten ist. So beispielsweise
erfordert die Hengsthaltung grundsätzlich spezielle Kenntnisse, da Hengste
in aller Regel sehr dominant sind und Menschen, welche nicht genügend Dominanz
aufweisen, hier völlig fehl am Platze sind. Seminare und Lehrgänge zum Thema
können uns sicherlich einiges über einen artgerechten Umgang vermitteln, noch
wichtiger empfinde ich persönlich jedoch das Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein
des Menschen selber, denn selbst das informativste Seminar kann uns Menschen
nicht das vermitteln, was wir selbst von Kindesbeinen an nicht gelernt haben.
Jeder Pferdemensch sollte sich selbst kritisch in Frage stellen, was den Umgang
mit seinem Kameraden erschwert, ist es vielleicht ein eher „vertüddeln bzw.
verhätscheln“, also zu wenig Führung, oder ist es eine zu harte Hand und fehlendes
Einfühlungsvermögen, was den Umgang so schwierig macht?